SchiF 2017

Wenn der Winter sich langsam verabschiedet und die Sonne an Kraft gewinnt, wird es traditionell Zeit für die SchiF der IGS Buchholz. In diesem Jahr fand sie statt am Donnerstag und Freitag, dem 23. und 24. Februar 2017.

Zwei Tage – zwei Themen: Während der Donnerstag reserviert war für das Thema Lehrer-Eltern-Schüler-Kommunikation, stand am Freitag das wichtige Thema Inklusion auf der Agenda.

Da am Donnerstag noch bis zur fünften Stunde Unterricht stattfand, traf man sich um 13 Uhr zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa. Im Anschluss hieran begrüßte Schulleiter Holger Blenck das Plenum, bestehend aus dem Kollegium und Schüler- und Elternvertretern. Als externe Gäste hieß er die beiden Schulpsychologinnen Dr. Kirsten Brüchner und Petra Dose aus Lüneburg willkommen.

Zunächst erinnerte Holger Blenck an die bereits lange zurückliegende Planungsgruppe der IGS Buchholz, in der neben Transparenz vor allem eine enge Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern als Leitbild festgelegt wurden und lieferte so auch die Erklärung dafür, dass an unserer Schule SchiFs, also schulinterne Fortbildungen und keine SchiLFs (schulinterne Lehrerfortbildungen) stattfinden. „Alle beteiligten Gruppen sollen sich einbringen können, weswegen auch gerade das Oberstufenkonzept auf Wunsch und Anregung unserer Schülerinnen und Schüler geändert“ werde.

Elternarbeit sei an der IGS Buchholz von großer Wichtigkeit und Bedeutung, wobei man die richtige Balance finden müsse, mahnte Blenck.

In ihrem einstündigen Einführungsvortrag führte Frau Dr. Brüchner sodann aus, dass in Bezug auf das Schülerwohl die Lehrer und Eltern „Divided by a common goal“ seien, also ein gemeinsames Ziel, aber unterschiedliche Vorstellungen, wie dieses erreicht werden kann, hätten. Es gelte, eine Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrern anzustreben, um die Schüler optimal auf ihrem Weg unterstützen zu können. So ließen sich nicht nur bessere Leistungen bei den Schülerinnen und Schülern erzielen, sondern auch eine höhere Schulakzeptanz und ein positives Bild bei den Eltern erreichen.

In vier Workshops arbeitete man dann bis zum Abend praktisch weiter an den Themen „Beispiele gelingender Elternarbeit“, „Handwerkszeug für Elterngespräche“, „Schwierige Elterngespräche“ und „Leitbild/Etikette der Eltern“. Die Ergebnisse fließen in näherer Zukunft in die Erstellung von Kompetenzkarten ein.

Dr. Christian Langer und Tobias Entzian nutzten den Nachmittag für ein Treffen mit den Schülervertretern, um ihnen zunächst eine Einweisung in das Thema Schulrecht zu geben und sodann auf dieser Basis mit ihnen bessere Möglichkeiten der Teilhabe an Entscheidungen auszuloten.

Während Eltern und Schüler dann den Nachhauseweg antraten, wechselte das Kollegium den Tagungsort und traf sich um 19 Uhr zum gemeinsamen Abendessen und anschließenden gemütlichen Beisammensein im Landhotel Schnuck in Schneverdingen.

Am Freitagmorgen traf man sich um 8.30 Uhr zum Vortrag „Kooperation in der Inklusion, Schulentwicklung und die Entwicklung von Inklusion“ von Prof. Dr. Rolf Werning. Der Sonderschullehrer, der am Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannover lehrt, postuliert seit Jahren die „Idee von weniger Trennung und mehr Gemeinsamkeiten“. Das Streben nach mehr gemeinsamem Lernen sei jedoch von hohen ethisch-moralischen Zielen begleitet und dadurch tendenziell überfrachtet. Erschwerend komme hinzu, dass alle Beteiligten „wenig biographische Erfahrung mit Inklusion“ haben, denn die wenigsten von uns seien „auf inklusive Schulen gegangen“. Inklusion ist mithin wenig etabliert und unser „selektiv strukturelles“ Schulsystem, in dem Integrierte Gesamtschulen immer noch die Ausnahme seien, zeitige einen Zustand, den Prof. Werning mit dem Bild verglich, als würde in Groß Britannien jedes dritte Auto rechts fahren…

Inklusion, die ja auch die „die Minimierung von Diskriminierung und die Maximierung von sozialer Teilhabe“ bedeute, werde ferner durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen erschwert. Prof. Werning gab diesbezüglich zu bedenken: „Ich kenne kein Land, wo die Schulen inklusiver als die Gesellschaft sind“.

Am Ende des Vortrags war allen Anwesenden klar, dass noch viel Arbeit vor uns liegt auf dem Weg zur gelungenen, selbstverständlich gelebten Inklusion.

Barbara Berger, Mitglied der Schulleitung, die die Leitung des Freitages übernommen hatte, resümierte sodann auch, dass unser externer Gast eine „gute Grundlage geschaffen hat, um das Thema Inklusion zu bearbeiten“.

Für dieses Vorhaben war dann auch der Rest des Tages reserviert und das Kollegium arbeitete in den Fachgruppen an umfangreichen Arbeitsaufträgen. Man pflegte die Umsetzung der Inklusion in die Kompetenzkarten ein, stellte zusätzliche Inhalte für die Förderschüler zusammen und sichtete und begutachtete Material. Zudem wurde auch über die Bewertung der Mitarbeit und in Klassenarbeiten gesprochen und es wurden Ansprechpartner für jedes Fach festgelegt. Eine vierköpfige Arbeitsgruppe widmete sich darüber hinaus speziell der Berufsorientierung der Förderschüler.

Immer wieder gab es Zeit für Gespräche und den so wichtigen Austausch im kleinen Kreis, boten die zwei Tage doch ausreichend gute Gelegenheit für gemeinsame Mahlzeiten, Sport, Spaziergänge und Kaffeepausen.

Am Ende stand fest, dass wir nicht nur die Inklusion ein gutes Stück weiter auf den Weg gebracht haben, sondern dass auch das Kollegium weiter zusammengewachsen ist.