Prävention mal anders

„Ich lebe von meinem Sterben“ und „Ich bin professioneller Aidskranker“ – zwei plakative Sätze aus dem Theaterstück „I will survive“, mit dem die Michael Stich Stiftung einen besonderen Beitrag zur AIDS-Prävention anbietet. Gesprochen werden sie von der fiktiven Figur Martin Rehbein, dessen HIV-Infektion im Rahmen einer Blutspende im Alter von 23 Jahren entdeckt wird. Angesteckt hat er sich beim Geschlechtsverkehr mit einer Frau.

„In der One Man Show (gespielt von Schauspieler Michael Wanker) erfährt man die gesamte Bandbreite emotionaler Zustände nach einer HIV-Diagnose und was es für einen Menschen bedeutet, sich mit HIV zu infizieren“, wie es auf der Homepage der Stiftung heißt.

Dass einem die ohnehin wachrüttelnde Geschichte so sehr unter die Haut geht, liegt nicht zuletzt an der schauspielerischen Leistung Michael Wankers, der die Grenzen zwischen Fiktion und Realität meisterhaft verschwimmen lässt.

So war dann in der sich an die Aufführung anschließenden Gesprächsrunde mit dem Schauspieler auch die Frage „Haben Sie AIDS?“ am brennendsten. Sichtlich erleichtert nahmen die Neuntklässler die Antwort entgegen.

Obschon sich das Stück eigentlich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 richtet, profitierte sicher auch unser neunter Jahrgang von dieser ungewöhnlichen Präventionsveranstaltung, die, wie Wanker im Anschluss an das Stück verriet, bereits über 100 Mal von ihm gespielt worden sei – dies mit großem Erfolg auch im Ausland an deutschen Schulen.

Ergriffen zeigte er sich, als er auf seine Frage „Was hat das mit Euch gemacht?“ von einem Schüler zur Antwort bekam: „Dokus machen gar nichts mit einem, aber wenn man die Emotionen vermittelt bekommt, macht das was mit einem.“