„Jugend unter dem Hakenkreuz“ – die IGS Buchholz richtet die diesjährige Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus aus

Gedenkfeier

Nach über einjähriger Vorbereitung und Vorarbeit richtete die IGS Buchholz unter der Federführung von Cord Cordes am 27. Januar 2016 unter dem Motto „Jugend unter dem Hakenkreuz – eine Spurensuche“ den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus aus. Es ist Buchholzer Tradition, dass jedes Jahr eine andere Institution den seit 1996 bundesweit begangenen Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz gestaltet.

In zahlreichen Gremien der Schulgemeinschaft hatte man sich intensiv auf diese große, wichtige Aufgabe vorbereitet und sich schließlich mit Hilfe von Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Externen auf vielschichtigen Wegen mit dem Thema befasst. Entstanden ist nicht nur ein bewegendes Programm für die Feierstunde, sondern auch eine sehr sehenswerte Ausstellung im Forum der IGS.

Wie Cord Cordes berichtete, konnten um 18 Uhr in unserer Schule „über 200 Gäste aus allen gesellschaftlichen Gruppen – von der Antifa über Amnesty, Greenpeace, allen Partnerschaftsvereinen, Kulturinitiativen, Archiven, Sportvereinen, dem Jugendparlament bis zu den Vertretern der Parteien und Ratsmitgliedern“ begrüßt werden.

Zunächst fand in der Aula ein Bühnenprogramm statt. Marieke Ratfeld und Timo Küsel aus der 10c führten als Moderatorenpaar mit einer selbst entwickelten Moderation souverän durch die Veranstaltung. Zehntklässlerin Pia Lenz (10b) bewegte und berührte das Publikum ganz tief, als sie Szenen aus der Theaterfassung des „Tagebuch der Anne Frank“ vorspielte. Die Bigband steuerte mit „Bei mir biste scheen“ ein zeitgenössisches Stück bei, das ursprünglich für ein jüdisches Musical komponiert worden war. Untermalt wurde dieser musikalische Beitrag von tanzenden Schülerinnen und Schülern. Viel gelobt wurde auch die von Schülerinnen und Schülern vorbereitete szenische Lesung aus dem Buch „KZ-Züge auf der Heidebahn“.

Sodann fand die im Forum der IGS präsentierte Ausstellung „Jugend unter dem Hakenkreuz“ so viel Beachtung und Würdigung, dass sie noch eine ganze Woche bis zum 5. Februar für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die zahlreichen Exponate zeugten davon, auf welch vielschichtige und differenzierte Weise man sich dem Thema Holocaust genähert hatte. Unter dem Untertitel „Eine Spurensuche“ hatten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sowohl im Unterricht als auch in der Freizeit zu unterschiedlichen Schwerpunkten gearbeitet.

Um das Modell der so genannten Ehrenhalle, das von Jendrik Helle auf einem 3D-Stadtplan von Buchholz zur Nazizeit platziert worden war, gruppierten sich Stellwände, die die musikalische, geschichtliche, geographische und literarische Annäherung und Beschäftigung unserer Schülerinnen und Schüler mit dem Thema dokumentierten.

So konnte man zum Beispiel etwas über Musik und Komponisten oder den Schulalltag im Nationalsozialismus erfahren, aber auch anhand der „Lektüre im Schuhkarton“ im Zusammenhang mit Frischs Werk „Andorra“ die Geschichte des angeblichen Juden Andri erleben. Große Aufmerksamkeit erfuhr auch die anlässlich der Ausstellung erarbeitete Geocaching-Tour, die die nationalsozialistische Spurensuche in Buchholz erlebbar und erfahrbar macht, indem man auf ihr an die hinsichtlich der nationalsozialistischen Vergangenheit bedeutsamen Orte geführt wird.

Am Ende waren sich Gäste und Veranstalter einig, dass sich die immense Mühe und die großen Anstrengungen, die die Schulgemeinschaft der IGS Buchholz zusätzlich zu ihrer als noch sehr junge Schule nötigen täglichen Aufbauarbeit auf sich genommen hat, gelohnt haben, denn wie Schulleiter Holger Blenck sich wünschte, hat der diesjährige Gedenktag gewiss „zur Erinnerungskultur im Landkreis Harburg“ beigetragen.