Jugend debattiert – Henriette Rohwer gewinnt den Schulausscheid

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Sich fair und sachlich mit der Meinung anderer auseinandersetzen zu können und so die eigene Durchsetzungsfähigkeit steigern, ist eine wichtige Fähigkeit. Der Wettbewerb Jugend debattiert liefert hierzu einen großen Beitrag. Nachdem einige Kolleginnen und Kollegen eine entsprechende Fortbildung besucht haben und es eine von Kerstin Böttger geleitete Jugend debattiert-Arbeitsgemeinschaft gibt, beteiligt sich nun auch die IGS Buchholz erstmalig am bundesweiten Wettbewerb. Am Mittwoch, dem 30.11.2016, fand in den ersten beiden Stunden der Schulentscheid der Altersklasse I statt.

Im Vorfeld hatten alle fünf achte Klassen im Fach Deutsch eine zweiwöchige Unterrichtseinheit zum Debattieren durchgeführt und dabei auch den speziellen Ablauf von Jugend debattiert kennen gelernt. Jede Debatte dauert 20 Minuten und gliedert sich in eine Eröffnungsrunde, in der die vier Positionen (Pro 1, Pro 2, Contra 1 und Contra 2) jeweils zwei Minuten lang ihren Standpunkt zu einer Diskussionsfrage darlegen. Zwölf Minuten lang folgt dann eine freie Aussprache, bevor in einer vierminütigen Schlussrunde jeder der Debattanden noch einmal eine Minute Redezeit bekommt.

Jede Klasse hatte am Ende der zweiwöchigen Unterrichtseinheit entschieden, wer sie beim Schulentscheid vertreten soll und so traten die acht besten Debattanden des Jahrgangs, Lowis Tuchel (8a), Emilie Krause (8b), Lasse Kuk (8c), Jerome Trode (8c), Line Muus (8d), Helena Niemann (8d), Henriette Rohwer (8e) und Sören Kaminsky (8e), zunächst in zwei Diskussionsrunden in zwei Klassenräumen in der Vorrunde gegeneinander an. Jeweils vier Schülerinnen und Schüler führten eine Diskussion über die Frage „Soll jeder Schultag an der IGS mit einer Stunde Sport beginnen?“. Dass sie sich vorher sachkundig gemacht hatten, zeigte sich in der Qualität der Argumente, die auf der Contraseite von der Geruchsbelästigung verschwitzter Schüler bis hin zur Lehrerknappheit reichte.

Am Ende der Vorrunde zogen sich die zwei Jurys zur Beratung zurück und entschieden über die vier (punktbesten) Teilnehmer, die in der in der zweiten Stunde in der Agora stattfindenden Finaldebatte der Frage „Soll eine Altersbegrenzung für die Teilnahme an Castingshows eingeführt werden?“ gegeneinander antreten sollten.

Geschafft hatten es Jerome Trode (8c), Henriette Rohwer (8e), Sören Kaminsky (8e) und Helena Niemann (8d), die nun auf der Bühne Platz nahmen und ihr Können nicht nur ihren Mitschülerinnen und Mitschülern im Publikum, sondern auch der Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden, Schulleiter Holger Blenck, Kerstin Böttger, Vanessa Volland (zugleich Zeitwächterin), Fabian Gruba und Julius Postels (10a), unter Beweis stellen mussten. Diese bewerteten die Debatte, wie auch schon in der Vorrunde, nach den Kriterien Sachkenntnis, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft und Ausdrucksvermögen.

Selbst kleinere technische Pannen konnten die Debattanden nicht aus der Ruhe bringen und sie zeigten in beachtlicher Weise ihr Können, gingen aufeinander ein, griffen Argumente der Gegenseite auf, widerlegten diese durch eigene und formulierten ihre Standpunkte in gut gewählten Worten. Wie auch schon in der Vorrunde, überzeugte besonders die Qualität der Argumente. So begegnete Jerome Trode, der wie Frau Böttger betonte, „mit Contra 2 die herausforderndste Position“ abbekommen habe, dem Pro-Argument, dass die frühe Teilnahme an Castingshows die Gefahr der späteren Reue berge, mit dem Argument „früh übt sich“. Dem Argument, dass die teils oft harte Kritik der Jurys in den Shows dem Selbstbewusstsein schade, wurde entgegengehalten, dass durchaus auch der umgekehrte Effekt eintreten und Selbstbewusstsein in der Auseinandersetzung mit Kritik erstarken könne.

„Und? Für wen bist Du?“ – Diese gespannte Frage konnte man im Publikum vernehmen, das der Debatte größtenteils aufmerksam gefolgt war, als die Jury sich zur Beratung zurückgezogen hatte. Schließlich verkündete die Jury ihre Entscheidung und gab jedem Debattanden noch eine individuelle kritische Rückmeldung. Am Ende gewann Henriette Rower vor der zweitplatzierten Helena Niemann und Jerome Trode (Platz3). Sören Kaminsky belegte den vierten Platz. Ein begeisterter Holger Blenck lobte am Schluss „die gelungene Veranstaltung“ und bedankte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie bei den Lehrerinnen und Lehrern.

Wir dürfen uns schon einmal auf den 14. Dezember freuen, wenn die Großen, die Oberstufenschüler, ihren Schulentscheid des Wettbewerbs Jugend debattiert haben.