Inklusion

Die IGS Buchholz soll im Laufe der Zeit EINE SCHULE FÜR ALLE – eine inklusive Schule – werden. Alle Schülerinnen und Schüler mit allen Begabungen und verschiedensten Fähigkeiten sind dann selbstverständlich dabei. "Inklusion ist etwas anderes als Integration; sie geht einen Schritt weiter: Es geht nicht darum, dass jemand der anders ist, von außen in die Schule hineingelassen oder -geholt wird, sondern dass die Schule alle Menschen willkommen heißt und sich auf sie einstellt" (Prof. Dr. Andreas Hinz). "Das Wesentliche im Umgang miteinander ist nicht der Gleichklang, sondern der Zusammenklang" (Ernst Ferstl, Österreichischer Lehrer und Dichter). Ein Mensch wird zu einem Menschen nur durch andere Menschen – dies ist das Ergebnis von zahlreichen Forschungen zu Erziehung und Sozialisation. Fehlt der andere, kann ich mich nicht weiterentwickeln. Keine Weiterentwicklung ohne Differenz…. Wenn man Schülerinnen und Schüler trennt, dann nimmt man ihnen die Chance sich breit zu bilden. So sind die Schulformen des gegliederten Schulsystems im Grunde Schmalspurschulen, die es verhindern, dass die Schüler Gelegenheit bekommen sich zu bilden. Dies bedeutet: Heterogenität ist kein Problem, sondern notwendige Bedingung des Lernens" (Prof. Dr. von Saldern).

Eine inklusive Schule bietet auch eine besondere Möglichkeit der (Hoch-)Begabtenförderung: Die vor allem von amerikanischen Begabungsforschern ausgehenden Ansätze integrativer Begabungs- und Begabtenförderung, die (Hoch-)Begabte als SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen intellektuell-kognitiver, sozialer und emotionaler Natur ansehen (Webb, 2004 und 2007), erachten Differenzierung und Individualisierung als Grundprinzipien von Unterricht überhaupt. Auch die "Big-fish-little-Pond-Theorie" macht eine inklusive Schule für (Hoch-)Begabte äußerst attraktiv. Eine leistungsheterogene Klasse wirkt sich dabei positiv auf das akademische Selbstkonzept eines begabten Schülers aus.

Beschluss zur Inklusion: Die IGS Buchholz als inklusive Schule – als Schule für alle – zu entwickeln, stellt ein besonderes Leitziel dar. Dementsprechend wird der Schul- und Qualitätsentwicklungsprozeß auf der Grundlage des INDEX FÜR INKLUSION von Andreas HINZ und Ines BOBAN zukünftig durchgeführt. Mit dem Schuljahr 2010/2011 nimmt die IGS Buchholz die Kooperation mit einer dann fünften Klasse der Schule An Boerns Soll auf. Diese Kooperation wird in den kommenden Schuljahren zumindest in jedem zweiten Jahr um eine Klasse erweitert. Eine weitergehende Entwicklung zu einer inklusiven Schule ist erst dann möglich, wenn (a) für den Schulbezirk der IGS Buchholz ein Regionales Integrationskonzept aller weiterführenden Schulen von den schulischen Gremien verabschiedet ist. (b) Weiter werden nur Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt "Lernen" aufgenommen, die aus Grundschulen stammen, die ihrerseits in einem Regionalen Integrationskonzept zusammenarbeiten. (c) Dritte Bedingung ist das Vorliegen ausreichender personeller und sächlicher Ressourcen, die hoffentlich nach dem deutschen Votum zur UN-Behindertenrechtskonvention baldigst zur Verfügung stehen werden.