Heiner Schönecke besucht Plattdeutsch-Vorlesewettbewerb

„Moin, Kinners!“ hieß es Freitagmorgen, dem 10. März 2017, an der IGS Buchholz. Der Anlass für diese ungewöhnliche Begrüßung war ein Plattdeutsch-Vorlesewettbewerb, den die Deutsch-Fachschaft initiiert hatte.

Semjon Borchert, der als Vorsitzender durch die Veranstaltung führte, erläuterte in seiner Begrüßung, dass Plattdeutsch „die Sprache unserer Region“ sei und führte aus dass, „vor 50 Jahren hier alle noch Platt gesprochen haben“.

Er konnte sodann einen besonderen Gast begrüßen. Heiner Schönecke, Mitglied des Landtages, hatte es sich nicht nehmen lassen, der Veranstaltung beizuwohnen und unterstützte sogar ganz spontan die Jury. Der erklärte Plattdeutsch-Freund verriet den Schülerinnen und Schülern, dass er „bilingual offwossen“ sei und plauderte augenzwinkernd aus dem Nähkästchen, dass seine Reden doppelt so lange dauern, wenn er sie auf hochdeutsch halte, weil er dann erst einmal alle Gedanken aus dem Plattdeutschen in seinem Kopf „übersetzen“ müsse. Natürlich sprach er auch während seines Besuches in der IGS die ganze Zeit Plattdeutsch, weswegen sich das Publikum, bestehend aus unserem fünften und sechsten Jahrgang, ganz schön anstrengen musste, alles zu verstehen.

Die Teilnehmer Mette Reinermann (5a), Janne Brandt (5e) und Torge Mohrbeck (6e) hatten da einen gewissen Vorteil. Sie waren in Klassenausscheiden die drei besten Plattdeutsch-Vorleser aus zwei Jahrgängen geworden und stellten nun eindrucksvoll ihr Können unter Beweis. Heiner Schönecke hatte mittlerweile in der Jury Platz genommen und unterstützte dort Michelle Steinert, Carsten Bunge und Luca Holzhüter in der Beurteilung der Teilnehmer.

Mette Reinermann machte den Anfang und las aus „Dor geit nix over Footbal“, bevor Janne Brandt „Fangesänge“ zum Besten gab. Zum Schluss las Torge die humorvolle Geschichte „Inparken is gor nich so licht“.

Während sich die Jury zur Beratung zurückgezogen hatte, vertrieb „special guest Sarah Prigge“, wie Herr Borchert sie ankündigte, den Zuschauern die Zeit mit der gekonnt vorgelesenen Geschichte „An de Muur vorbi, boben rechts, in´n Winkel“ von Matthias Stührwoldt, einem schreibenden Bauern aus Schleswig-Holstein. Es zeigte sich, dass Sarahs Kindheit in Kakenstorf ein guter Lehrmeister für das Plattdeutschsprechen war.

Am Schluss gewann Torge Mohrbeck vor Janne Brandt auf dem zweiten und Mette Reinermann auf dem dritten Platz den Plattdeutsch-Vorlesewettbewerb und wählte als Buchpreis ein Asterix-Heft – natürlich auf Plattdeutsch, das andere Buch, das zur Wahl stand, „Der kleine Prinz“, auch auf Platt, erhielt Heiner Schönecke als kleinen Dank für seinen Besuch an unserer Schule.

Als der sympathische Politiker die Kinder mit einer kleinen Anekdote in den Schulschluss und ins Wochenende entlassen hatte, stand fest, dass an diesem Vormittag der heimliche Sieger das Plattdeutsch war, das es durchaus verdienen würde, häufiger gesprochen zu werden.

In diesem Sinne freuen wir uns auf den nächsten Plattdeutsch-Vorlesewettbewerb und hoffen, dass Herr Schönecke sein Versprechen wahr macht und wieder daran teilnimmt!