Exkursion der Klasse 10e in das KZ Bergen-Belsen

Bergen Belsen I

Die Klasse 10e vor der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Photo von Jörg Böhling zur Verfügung gestellt

Am Donnerstag, den 07. April 2016 unternahm die Klasse 10e im Rahmen ihres GEP-Unterrichtes zum Thema „Zeit des Nationalsozialismus“ eine Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen, welches heute als Mahnmal für die Gräueltaten der Nationalsozialisten und als Gedenkstätte dient.

Dazu traf sich die Klasse 10e um 8.00 Uhr, um dann gemeinsam nach Bergen Belsen, in der Nähe von Celle, zu fahren. Als wir um kurz vor 10 Uhr die Gedenkstätte erreichten, erklärte uns Herr Rühe, Forscher und Gästebetreuer in Bergen-Belsen, anhand eines Modelles den Aufbau des ehemaligen Konzentrationslagers, von dem heute fast nichts mehr übrig ist. Denn als sich die britischen Truppen Anfang 1945 näherten, sollten die Häftlinge mit Zügen in das Konzentrationslager Theresienstadt verbracht werden, umso nicht in die Hände der Briten zu gelangen. Jedoch erreichten zwei der insgesamt drei Züge ihr Ziel nicht. Die in Bergen-Belsen Verbliebenen mussten unter unglaublich unmenschlichen Bedingungen ohne Wasser, Brot und mangelnder Hygiene, um ihr Ende bangen. Als am 15. April 1945 britische Soldaten das Konzentrationslager Bergen-Belsen befreiten, entdeckten sie daher tausende unbestattete Leichen und schwer an Typhus erkrankte Überlebende, sodass alle Gebäude abgebrannt und in der Nähe ein Nothospital errichtet wurde. Man hatte große Angst davor, dass sich weitere Menschen anstecken.

Kurz nach der Einführung begaben wir uns in einen Seminarraum, um uns mithilfe eines Interviews mit dem Schicksal des Überlebenden Celino Bleiweiss auseinanderzusetzen. Dieser gelangte mit 5 Jahren als jüdischer „Austauschhäftling“ nach Bergen-Belsen, um so gegen einen im „feindlichen Ausland“ lebenden Deutschen, Güter oder Devisen ausgetauscht zu werden. Er gehörte zu der Gruppe der sogenannten „Austauschjuden“. Allerdings kam es fast nie zu einem Austausch, für viele Tausende war Bergen-Belsen der grausame Weg in den Tod. Celino Bleiweiß überlebte diese Zeit und wurde im Alter von 9 Jahren in einem der oben genannten Züge von alliierten Soldaten gefunden und befreit.

Nachdem wir das bewegende Interview gelesen haben, machten wir uns auf den Weg, Teile des Geländes zu besichtigen. Hierbei wurde uns an einigen bestehenden Grundmauern deutlich, wie klein beispielsweise eine Baracke für über 500 Menschen war oder auch wie unglaublich weitläufig das Gelände ist. Schockiert von den Eindrücken war es nach dem Rundgang und einer kleinen Pause ungewöhnlich still, fast schon bedrückend still.

Diese Stille zog sich fort, als wir danach eine Stunde lang die Möglichkeit hatten das Dokumentationszentrum zur Geschichte Bergen-Belsens zu besichtigen. In zahlreichen Videointerviews von Überlebenden wurde deutlich, wie schrecklich der Alltag im Lager war, sodass teilweise sogar die Rinde von Bäumen oder das Leder von Gürteln als einzige Mahlzeit diente.

Zum Schluss besuchten wir noch den Friedhof, der nach der Befreiung durch die Briten entstand. Unglaubliche elf Massengräber mit jeweils 1000-5000 Toten wurden damals angelegt. Auch einen Grabstein, der symbolisch für Anne Franks Tod steht, entdeckten wir inmitten der zahlreichen Denkmäler.

Als wir gegen 14.00 Uhr das Gelände des Konzentrationslagers in Bergen-Belsen verließen, überlegten viele, wie das erhaltene Wissen über die Geschehnisse helfen kann, so ein schlimmes Ereignis niemals wieder vorkommen zu lassen. Denn gerade in Zeiten eines gewaltigen Flüchtlingsstromes muss doch herausgestellt werden, dass die Menschen, die vielleicht sogar Ähnliches erlebt haben, am Ende Menschen sind wie ICH & DU.

Bergen Belsen II

Schüler der Klasse 10e besichtigen das beeindruckende Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Photo: Jörg Böhling

 

Bergen Belsen III

Die ehemalige Lagerstaße in einer Originalaufnahme und unserer Weg am 07.04.2016, Photo: Jörg Böhling

Verfasst von Felix Geginat, Klasse 10e