Ein Loblied auf die Fantasie

Der Balladenerzähler Eberhard Vogelwaid und der siebte Jahrgang

Eben standen im Deutschunterricht noch die theoretische Auseinandersetzungen mit den Merkmale einer Ballade auf dem Programm, da werden die Geschichten dieser Textformauf einmal spürbar lebendig. Der Balladenerzähler Eberhad Vogelwaid hat am Freitag, 05. September, erneut unsere Schule besucht, um den Schülerinnen und Schülern des siebten Jahrgangs Balladen vorzutragen und so ihre spannende, schaurige, lustige oder auch nachdenkliche Wirkung hautnah zu veranschaulichen. In zwei Runden konnten die Klassen den Balladen lauschen, sich den verschiedenen Geschichten und Welten hingeben und so ihre Kenntnisse über den Unterricht hinaus vertiefen.

Mit Beispielen aus drei Jahrhunderten, von Schiller bis eigenen Dichtungen, schaffte es Vogelwaid, seinen Zuhörern „das Ur-Ei der Dichtung“ näher zu bringen. Den Beginn machte gleich mit „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller  ein Klassiker, wobei die Schülerinnen und Schüler fehlende Worte passend ergänzten, sodass der Text ein gemeinsames Spiel eröffnete.

Immer wieder wurden Hintergrundinformationen eingestreut und die Schülerinnen und Schüler mit in die Vorträge einbezogen, sodass ein Dialog entstand, der in einer Fragerunde schließlich auch persönliche Anekdoten aus dem Alltag eines Balladensorechers (und -schreibers) zuließ. Im Vordergrund standen jedoch die Texte selber, die wie etwa im Beispiel „Rechenstunde“ von Jacques Prévert von Unalltäglichem erzählen. Dieser Text erzählt, wie die Fantasie eines Schülers eine triste Schulstunde auflöst und stattdessen nach und nach surreale Welten eröffnet. Auf diese Weise helfen die Balladen vielleicht auch über die Veranstaltung hinaus, den Schulalltag bunter und außergewöhnlicher zu gestalten.

Steffen Elbing