„Dieter sagt Tschüss“

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Unter diesem Motto hatte Dr. Dieter Bender das gesamte Kollegium an seinem letzten Arbeitstag in die schuleigene Mensa eingeladen. Mit einem asiatisch inspirierten Mittagessen und einem Glas Wein verabschiedete er sich am spätsommerlich-heißen Dienstag, dem 13.9. aus seinem Arbeitsleben so wie er gearbeitet hat: herzlich, menschlich, großzügig, hilfsbereit, bodenständig und kollegial.

In einer kleinen Feierstunde in der Wandelhalle hatte ihm zu Ehren zunächst die achte Bläserklasse zwei Stücke präsentiert. Wie ihr Klassenlehrer Harald Kappen betonte, wolle man ihn damit aber „nicht mit Pauken und Trompeten verabschieden, sondern eine Freude bereiten und eventuell einen Anreiz für eine musikalische Beschäftigung im Ruhestand schaffen“.

Schulleiter Cord Cordes blickte sodann zurück auf eine lange gemeinsame Zeit – schließlich kennt er Dieter Bender schon aus länger zurückliegenden gemeinsamen Realschuljahren. Er lobte dessen Innovationsfreude und Einsatzbereitschaft für die Schule und beschrieb seinen langjährigen Kollegen darüber hinaus als besonders reiselustig. So habe dieser an möglichst vielen Klassenfahrten teilgenommen und sei dabei einmal sogar fast verhaftet worden. Der Hintergrund: Herr Bender und ein Kollege hatten die von ihren Schülern besonders preiswert, aber illegal in Italien erworbenen Spielzeugwaffen vor der Heimreise eingesammelt, um sie zuhause zu vernichten – allerdings leitete der Buchholzer Polizeibeamte Herr Kaulbarsch ein Strafverfahren gegen die beiden engagierten Pädagogen ein, weil diese sich durch die Einfuhr der „gefährlichen“ Waren strafbar gemacht hatten.

Schulleiter Holger Blenck stellte in seiner Verabschiedung sodann heraus, dass Herr Dr. Bender sich insbesondere auch für das Zusammenwachsen der ehemaligen Realschule I und der Hauptschule zur neu gegründeten IGS verdient gemacht habe. Im Gegensatz zu ihm selber, der eigentlich immer Lehrer gewesen sei, habe der ausscheidende Kollege „einen sehr spannenden Lebenslauf, weil er immer wieder etwas Neues gemacht“ habe. So sei er nach einem Aufenthalt in Portugal, wo er gemeinsam mit seiner Frau Auslandsschuldienst versehen habe, vor zwei Jahren an die IGS Buchholz zurückgekehrt und habe hier die schwierige Aufgabe der Jahrgangsleitung übernommen und „auf wunderbare Weise gemacht“.

Möglicherweise haben ihm dabei auch sein ausgeprägter Sinn für Humor und seine in der freien Wirtschaft und der aktiven Politik gesammelten Erfahrungen geholfen.

Auch seine Kolleginnen und Kollegen aus der Jahrgangsleitung bedauerten, dass sie „in Zukunft ohne die Altherrenwitze ihres Büroopas auskommen“ müssten und Julia Fischer verabschiedete sich wehmütig im Namen des Kollegiums mit einem opulenten internationalen  Weinpaket bei „der Ulknudel“ der Schule und empfahl ihrem scheidenden Kollegen, im Ruhestand die Anbaugebiete (von der Mosel über Spanien bis nach Südafrika) zusammen mit seiner Frau im Wohnmobil aufzusuchen.

Herr Dr. Bender wandte sich schließlich mit den Worten „Ihr habt einen tollen Beruf“ an seine zumeist deutlich jüngeren Kolleginnen und Kollegen und verriet, dass er selber diesen als Quereinsteiger erst im Alter von 50 Jahren ergriffen habe – nach einer Vergangenheit als Physiker und Unternehmensberater. Inspiriert habe ihn dazu seine Frau, ebenfalls Lehrerin, weil diese immer so erfüllt von ihrer Tätigkeit gewesen sei. In einer kleinen Rückschau erzählte er, von Anfang an in die Planung der ersten Gesamtschule im Landkreis involviert gewesen zu sein und die Realisierung auch politisch begleitet zu haben. Deswegen sei es für ihn auch keine Frage gewesen, gemeinsam mit Andrea Hermeling und Cord Cordes von der Realschule an die IGS Buchholz zu wechseln. Hier habe er sich in einem „tollen Team sehr wohl gefühlt“ und sei „jeden Tag gerne hergekommen und mit Freude in die Klassen gegangen“.

Wir wünschen Herrn Dr. Bender alles Gute für seinen Ruhestand, viele erfüllte Stunden mit seiner Frau, als Großvater, auf Reisen und bei den vielen neuen Projekten, die er gewiss schon ins Auge gefasst hat.