Die Macht der Marken

Die Tricks der Werbeindustrie – Vortrag des Marketing-Experten Bernd Riehl

Ein Leben ohne Werbung ist nicht mehr vorstellbar. Von morgens bis abends werden wir konfrontiert mit Anzeigen: auf Autos, Billboards, in Zeitungen und Magazinen, im Hörfunk und Fernsehen und den sozialen Medien. Allein in Deutschland werden im Jahr etwa 50.000 Marken beworben. Dafür geben die Unternehmen 80 Millionen Euro aus. Zahlen, die die Schülerinnen und Schüler der WPKs des 10. Jahrgangs in der Aula der Oberstufe beeindruckten. Das war auch die Absicht von Bernd Riehl, dem Marketing-Experten, der die IGS besucht hat. Riehl gründete in Buchholz die Agentur Appomax, lehrt an der TU Zürich und ist Buchautor. Marketing beschreibt er so:“ Menschen zu überreden, dass sie etwas kaufen, was sie erstens gar nicht wollen und zweitens gar nicht brauchen.“ Damit Werbung funktioniere, müsse sie die Bedürfnisse der Menschen befriedigen: u.a. nach Entfaltung der Persönlichkeit, nach Anerkennung, hohem Status und Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. Riehl erläuterte, warum bestimmte Marken besonders erfolgreich sind wie Ferrari, Nespresso, McDonald´s, Milka und Red Bull. Werbung wirke vor allem unbewusst. Riehl machte das anhand neurologischer Forschungsergebnisse deutlich. Jeder Mensch nehme im Schnitt pro Sekunde 40 Bits bewusst an Informationen auf, das sind acht Buchstaben, unbewusst allerdings fast 11 Millionen Bits. Diese Erkenntnis mache sich die Werbeindustrie zunutze. Riehl ging auch auf das Phänomen der „Marke“ ein. Jedes Produkt sei erfolgreich, wenn es als besondere Marke wahrgenommen werde. Das gelte für Produkte, aber auch für Personen. Eine Frau, die dieses Metier perfekt beherrsche, sei Victoria Beckham, sagte Riehl. Ihr Auftritt, ihre Sprache und Botschaft seien perfekt. Am Ende des 60minütigen Vortrags stellten viele Schülerinnen und Schüler Fragen. So zum Beispiel danach, wie man Projektmanager wird, wie viel man in diesem Beruf verdient und wie man angesichts der zeitlichen Belastung den Spagat zwischen Beruf und Familie hinbekommt.

Wolfgang Heinemann