„Das Herz eines Boxers“ – schlug ganz laut in einer Theateraufführung

„Du musst immer mit der Kraft Deines Gegners arbeiten – je stärker Dein Gegner, desto stärker Deine Kraft.“ – Diesen Ratschlag gibt der ehemalige Profiboxer Leo, inzwischen Bewohner eines trostlosen Altenheimes, dem jungen, im Leben wenig erfolgreichen Jojo, der im Rahmen von zur Strafe abzuleistenden Sozialstunden sein Zimmer anstreichen soll.

Lutz Hübner, Germanist und selber Schauspieler, erzählt in seinem Jugendstück „Herz eines Boxers“, das mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde, mehrere, für Heranwachsende interessante und relevante Geschichten gleichzeitig. Daher fiel die Wahl der Deutschfachschaft der IGS Buchholz wohl auch auf dieses moderne Drama als Lektüre für den achten Jahrgang.

Deutschlehrerin Vanessa Volland ist es gelungen, zur Abrundung der Unterrichtseinheit das „theater spielzeit“ aus Landshut/Bayern mit einer Inszenierung dieses Stückes nach Buchholz zu holen. Bereits am Vorabend der Aufführung erschienen die beiden Schauspieler, um ihr Equipment aufzubauen und die Bühne in Augenschein zu nehmen und vorzubereiten.

Am Donnerstag, dem 2. Februar, kam dann der achte Jahrgang in der dritten und vierten Stunde in unserer Agora in den Genuss „eine[r] Inszenierung, die mit Sympathie, Witz und Ironie die Themen Identitätssuche, Generationendialog, gewaltfreie Konfliktlösung und gegenseitige Wertschätzung aufgreift.“

Die beiden Schauspieler Daniel Zimpel (als Jojo) und Gernot Ostermann (als Leo) gaben 75 Minuten lang alles, um dieser viel versprechenden Ankündigung im Programmheft gerecht zu werden. Aus der zufälligen, zunächst eher abweisend-feindselig verlaufenden Begegnung von Leo und Jojo entwickelt sich schließlich eine von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Beziehung, von der beide profitieren. Jojo erhält lebensklugen Rat in Bezug auf seine Zukunft im Allgemeinen und seine Beziehung zu Mädchen im Speziellen und verhilft schließlich im Gegenzug Leo zur Flucht aus dem verhassten, beengenden Altenheim nach Südfrankreich, wo er seinen Lebensabend selbstbestimmt verbringen möchte.

Dass die Schülerinnen und Schüler für nur 5€ in den Genuss dieser besonderen  Theateraufführung in der eigenen Schule kamen, haben sie auch dem Schulverein zu verdanken, der sich an den Kosten beteiligte.