Autorenlesung – Rolf Lappert liest für den 8. und 9. Jahrgang

 

 Autorenlesung – Rolf Lappert zu Gast an der IGS Buchholz

 

In den Umkleidekabinen und den Gängen unserer Sporthalle stapelten sich am Mittwochvormittag, dem 22.10.2014, ab der dritten Stunde gut 300 Paar Schuhe. Der Grund: Die Deutschfachschaft hatte in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Slawski für die Jahrgänge acht und neun eine Autorenlesung mit Rolf Lappert organisiert. Aufgrund der Umbauarbeiten an unserer Schule stand als Veranstaltungsort lediglich die Sporthalle zur Verfügung – und die darf eben nicht mit Straßenschuhen betreten werden.

Für den bekannten Autor, der im vergangenen Jahr für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert war, wurde allerdings eine Ausnahme gemacht und er las – gut beschuht – unseren Schülerinnen und Schülern eine Dreiviertelstunde lang aus seinem siebten Roman „Pampa Blues“ vor.

Erzählt wird hierin die Geschichte des sechzehnjährigen Ben, der seinen demenzkranken Großvater Karl pflegt, während seine Mutter als mittelmäßige Jazzsängerin durch Deutschland tourt. Der Schauplatz ist das nordostdeutsche Provinznest Wingroden (der Name ist ein Anagramm – setzt man die Buchstaben neu zusammen, ergibt sich „Nirgendwo“), das seine Bewohner aufgrund der dort vorherrschenden Eintönigkeit prägt und ihnen so manchen Tribut abverlangt. Wichtiger Treffpunkt ist die Dorfkneipe, deren Wirt Maslow im Laufe der Zeit so manch seltsamen Plan ersonnen hat, sein Dorf bekannt zu machen und somit schließlich indirekt auch den Umsatz seiner Kneipe zu erhöhen. Mit seiner jüngsten Idee, einem selbst gebastelten UFO, will er aus seinem Heimatdorf ein zweites Roswell machen und Touristen anlocken. So glauben auch zunächst alle, dass die angeblich aufgrund einer Autopanne in Wingroden gestrandete Lena eine Journalistin sei. Ben verliebt sich hals über Kopf in die zwei Jahre ältere Frau aus der Großstadt und wird schließlich vor eine große Entscheidung gestellt – soll er seiner Abenteuerlust nachgeben und Wingroden verlassen und somit auch Karl im Stich lassen oder soll er pflichtbewusst ausharren in der monotonen unbefriedigenden „Pampa“ und seine Gärtnerlehre fortsetzen?

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Anschluss an die Lesung die Gelegenheit, dem Autor  Fragen zu stellen. Lapperts Antworten förderten eine interessante Geschichte zutage. Den Stoff des Romans „Pampas Blues“ habe er schon einmal in Form eines Drehbuches verarbeitet, damit an einem Wettbewerb teilgenommen und diesen auch gewonnen. Für die Verfilmung habe man den damals noch unbekannten Matthias Schweighöfer für die Rolle des Ben vorgesehen. Durch den plötzlichen Tod Martin Benraths, der den Karl spielen sollte, sei das Vorhaben damals aber gescheitert. Umso mehr freue er sich, so Lappert, dass sein Roman nun im Auftrag des SWR von der Bavaria Fernsehproduktion verfilmt worden und demnächst in der ARD zu sehen sei.

Allzu lange müssen unsere Schülerinnen und Schüler auf den Ausstrahlungstermin wohl nicht mehr warten, denn, wie Lappert verriet, sei der letzte Drehtag im September gewesen und er habe schon Fotos zugeschickt bekommen, die darauf schließen ließen, dass sein Roman seinen Vorstellungen entsprechend umgesetzt worden sei.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Lappert für sein Erscheinen und bei der Buchhandlung Slawski für die Vermittlung und Organisation! Insbesondere gilt unser Dank auch Frau Uta Neb, die den Autor in unsere Schule begleitet und der Lesung beigewohnt hat. Unseren Schülerinnen und Schülern ist durch diese Autorenlesung ein ganz besonderes Erlebnis zuteil geworden.

Finanziert wurde die für die Schüler kostenlose Veranstaltung vom Schulverein.