Außerschulische Lernorte der IGS Buchholz

 

Schule – mal ganz (wo-)anders 

Nach sich lange in den September erstreckenden Sommerferien hatten die meisten Schülerinnen und Schüler der IGS Buchholz und der Realschule gerade mal zwei reguläre Schultage, bevor für die Schulgemeinschaft eine ganz besondere Zeit begann, die dazu führte, dass sich das Schulgebäude in den folgenden zwei Wochen zunehmend leerte.

Während der zehnte Realschuljahrgang ein zweiwöchiges Betriebspraktikum absolvierte, startete der achte Jahrgang der IGS in den Jugendwaldeinsatz. Bereits zum zweiten Mal arbeiteten unsere Schülerinnen und Schüler zwei Wochen lang in fünf verschiedenen Waldpädagogikzentren unter der Anleitung erfahrener Forstarbeiter. In Begleitung ihrer Klassenlehrer und –lehrerinnen verbrachten sie nicht nur eine ereignis- und erfahrungsreiche  Zeit, sondern leisteten durch ihren Arbeitseinsatz im Wald auch einen Beitrag zum Gemeinwohl. Es wurde fleißig durchgeforstet, aufgeräumt, angepflanzt, aber auch Hochsitze gebaut und Zäune repariert. Für viele Kinder war es das erste Mal, für einen so langen Zeitraum von zuhause weg zu sein – für die Klassen eine Premiere so viel Zeit miteinander zu verbringen – zwei Faktoren, die dazu führten, dass nicht nur wichtige Schritte der individuellen Persönlichkeitsentwicklung vollzogen wurden, sondern auch innerhalb der Klassengemeinschaft gruppendynamische Prozesse aktiviert wurden, die sich auch positiv auf die unterrichtliche Zusammenarbeit  auswirken werden. Eine besondere Überraschung hatte die Klasse 8b für die Mitarbeiter ihrer Unterkunft – die Bläserklasse gab zum Abschied ein Konzert! Klassenlehrer Andreas Sauer landete damit einen vollen Erfolg, denn „So etwas hatte noch keine Klasse für die Gastgeber im Wald getan!“

 

In der Woche vom 22.9. bis zum 26.9. leerte sich das Schulgebäude dann noch einmal extrem, denn die Jahrgänge fünf und sieben begaben sich auf Reisen. Unsere Kleinsten, der Jahrgang fünf machte die an der IGS traditionell in den ersten Schulwochen stattfindende Kennenlernfahrt nach Inzmühlen.

 

Die Siebtklässler führten die im Schulfahrtenkonzept für diesen Jahrgang vorgesehene Profilfahrt durch, das heißt, dass je nach Ausrichtung der jeweiligen Klasse themenspezifische Fahrten unternommen wurden.

Besonders aktiv war die Klasse 7d, die Sportklasse. Sie reiste gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen Frau Berger und Frau Jarosz nach Rügen. Auf dem attraktiven Programm dort standen eine Fahrradtour, das Fahren in Seekayaks sowie eine Beacholympiade und Rugby am Strand. Gemütlich wurde es am Lagerfeuer mit Stockbrot. Aber auch die Sehenswürdigkeiten der Insel, wie zum Beispiel das Jagdschloss Binz, wurden den Schülerinnen und Schülern nahegebracht. Untergebracht war die Klasse in der legendären Jugendherberge im „Koloss von Prora“.

 

Die daheimgebliebenen Jahrgänge sechs und neun führten eine fünftägige Projektwoche durch, wobei der neunte Jahrgang klassenweise in unterschiedlichen Projekten organisiert war.   

 

Die Kooperation der IGS mit dem Geschichts- und Museumsverein ermöglichte dem sechsten Jahrgang eine ganz besondere Projektwoche zum Thema „Leben im 18. und 19. Jahrhundert“. Während der Projektwoche waren alle Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projekten engagiert. Beim Weben und Nähen musste man sich zunächst einen Webrahmen selber bauen, bevor man mit seinen Kunstwerken beginnen konnte. Außerdem stellten die Schüler kleine Ledersäckchen her, die man anschließend noch benähen konnte. Bei der Schatzsuche wurde viel im Wald umhergewandert, anhand einer Schatzkarte (und später dann auch mit GPS-Geräten zum Vergleich) galt es, die sagenumwobenen Buchholzer Schätze aufzuspüren. Im Workshop „Geschichte des Sports“ konnten die Schüler einen Streifzug durch die Entstehung und Entwicklung von Sport durchleben und haben sich am Ende sogar eigene Sportarten und Spiele ausgedacht und mit einem eigenen Regelwerk untermauert. Eine Gruppe hat mit Schelmereien und Gauklereien dafür gesorgt, dass auch szenische Rollenspiele und Bühnendarstellungen am abschließenden Freitag nicht zu kurz kamen. Von Montag bis Donnerstag besuchten jeweils 60 Kinder zudem das Museumsdorf in Seppensen. Dort gab es einen ganz unmittelbaren Einblick in das Leben der Region zu früheren Zeiten. So wurden den Kindern vom Dorfschmied selbst erstellte Schmiedeprodukte gezeigt und einige Schüler durften sogar selber mal Hand anlegen – mit faszinierenden Ergebnissen. Im Sniers Hus wurde für das leibliche Wohl der ganzen Gruppe gesorgt: Kartoffeln, Möhren und allerlei anderes Gemüse musste gewaschen, geschnippelt und zu einer wohlriechenden und ebenso lecker schmeckenden Suppe verarbeitet werden; der heiße Kakao war auch eine tolle Sache. Auch in der alten Schule lohnte sich ein Einblick in frühere Zeiten; hier konnten die Schüler schreiben wie früher – mit Gänsefedern, Tintenfässern und altem Papier; natürlich auch in der alten Schrift. Eine kleine Gruppe beschäftigte sich damit, wie Kinder vor 150 Jahren gespielt haben und welche Spielzeuge sie hatten  – auch hier wurde wieder viel ausprobiert. Kinderspielzeuge aus Holz konnten in der Holzwerkstatt des Museumsdorfs dann auch selber hergestellt werden. Besonderer Dank geht an alle Mitarbeiter des Museumsdorfes in Seppensen, die uns in der Schmiede, im Backhus, in der Schusterwerkstatt und bei der Beantwortung einer Menge Schülerfragen wundervoll unterstützt haben.