AK 16 – Die IGS Buchholz feiert ihren ersten Abschlussjahrgang

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus… So kündigten in den letzten Wochen und Monaten Abschlussarbeiten, mündliche Abschlussprüfungen, Abschlussfahrten und Mottotage an, dass etwas Großes an der IGS Buchholz bevorsteht. Zum ersten Mal verlieh sie den Schülerinnen und Schülern des zehnten Jahrgangs einen Abschluss.

Dies wurde am Abend des 16. Juni 2016 in der Schulagora feierlich begangen.

Das Schülerinnen-Lehrerinnen-Duo Carina Hauschild und Antonia Heuger bildete mit ihrem Zusammenspiel von Querflöte und Klavier einen stilvollen Auftakt der Veranstaltung.

Ebenfalls zu zweit ging es weiter, denn die beiden Jahrgangsleiter Svenja Sörensen und Dieter Bender führten als lockeres, humorvolles Moderatorenduo durch diesen besonderen Abend. So begrüßten sie das große Publikum in der überfüllten Agora auch mit den Worten „Herzlich willkommen zum letzten Forum des 10. Jahrgangs!“ Das Forum, der gemeinsame wöchentliche Abschluss aller Fünft- bis Siebtklässler freitags in der fünften Stunde, liegt für die Zehntklässler zwar schon einige Zeit zurück, ist aber, wie der weitere Verlauf des Abends zeigte, in besonderer Erinnerung geblieben. Die beiden Jahrgangsleiter räumten ein, dass mit dem ersten Jahrgang der IGS wohl „am meisten experimentiert“ worden sei, stellten jedoch erfreut fest, dass dies nicht geschadet haben könne, denn alle Schülerinnen und Schüler hätten ihren Abschluss geschafft und somit „erfolgreich einen Lebensabschnitt vollendet.“

Zwei für die Geschicke der IGS Buchholz maßgeblich Verantwortliche wurden sodann auf die Bühne gebeten. In einem Interview wurden Schulleiter Holger Blenck und Friedrich Goldschmidt (Fachbereichsleiter Ordnung beim Landkreis Harburg) zur Entstehung der ersten Gesamtschule im Landkreis Harburg befragt. Goldschmidt räumte ein, dass der Landkreis Harburg nach Aufhebung des Gesamtschulgründungsverbots relativ spät damit angefangen habe, Gesamtschulen zu gründen. Holger Blenck verriet, dass es kein Zufall gewesen sei, dass Buchholz der erste Gesamtschulstandort geworden sei, habe es doch hier eine sehr große, sehr starke Elterninitiative unter Federführung von Frau Holst, Frau Quèro und Herrn Schönhofen gegeben.

Wie die Moderatoren Sörensen und Bender ausführten, konnte mit dem „ABC der IGS Buchholz“, dem Leitungsdreigestirn Frau Albers, Herrn Blenck und Herrn Cordes, eine erfahrene und kompetente Schulleitung akquiriert werden. Im ersten Jahr wurde seine Schule dann auch mit 414, im zweiten Jahr sogar über 500 Anmeldungen förmlich überrannt, erinnert sich Holger Blenck. Natürlich sei es immer eine große Enttäuschung, abgelehnt zu werden, die IGS Buchholz habe sich aber „stets erfolgreich bemüht, einen repräsentativen Querschnitt durch die Schülerschaft des Landkreises abzubilden, der insbesondere im Bereich des kooperativen Lernens voneinander profitiere.“ Stolz resümierte der Leiter der IGS Buchholz, dass aus ursprünglich 48% gymnasial empfohlenen Schülerinnen und Schülern des ersten Jahrgangs nun 84% ihren erweiterten Realschulabschluss gemacht hätten und zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe berechtigt seien. Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Arbeit der IGS Buchholz habe auch der Schulträger und Holger Blenck lobte an dieser Stelle die „phänomenal gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Harburg“, wo sich „immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche fand und der die IGS Buchholz großzügigst ausstattete“.

Nun betraten die Klassenlehrerinnen und –lehrer der zehnten Klassen die Bühne und sangen für ihre Schülerinnenn und Schüler das IGS-Schullied. Jede Klasse wurde mit einer auf ihr Profil zugeschnittenen Strophe bedacht. Nicht nur wegen der phantasievollen Verkleidungen wurde der von Dr. Langer auf der Gitarre begleitete Auftritt ein großer Erfolg!

Wie Dieter Bender im Anschluss an diese Darbietung betonte, sei neben den Lehrern „auch die Elternschaft ein wichtiger Motor“ für die erfolgreiche Arbeit an der IGS. Er rief Iris Gronert, die Schulelternratsvorsitzende, auf die Bühne, die in ihrer Rede ihren Glückwunsch an den Abschlussjahrgang richtete und in einer Rückschau daran erinnerte, welch ein „gelegentlich turbulenter Kraftakt“ es gewesen sei, eine Schule von 150 auf mittlerweile 900 Schülerinnen und Schüler anwachsen zu lassen.

Dass es gleichzeitig großartig und schwierig ist, die ersten zu sein, wurde auch in der sich anschließenden Schülerrede deutlich. Paula Barner, Josefine Albrecht und Paul Gleitsmann, die auch eine sehr humorvolle Inszenierung vorbereitet hatten, betonten, dass sie zurückblicken „auf sechs Jahre, in denen die Schüler gewachsen und zusammengewachsen seien.“ Zwar hätten sie sich gelegentlich wie „Versuchskaninchen“ gefühlt, die nicht nur zahllose Raum- und Lehrerwechsel über sich ergehen lassen mussten, sondern auch viele andere Veränderungen durchlebten. Sie hätten sich jedoch stets sehr wohl gefühlt an ihrer Schule und fanden am Ende ihres Beitrags zu dem fulminanten Abschluss: „Mit dem Zeugnis in den Händen werden Helden zu Legenden.“

Und dann wurden sie verteilt – die Zeugnisse! Klassenweise erhielt der erste Jahrgang der IGS Buchholz seine Abschlusszeugnisse. Im Hintergrund wurden Bilder aus sechs Jahren Schulleben an der IGS auf eine große Leinwand projiziert.

In seinem Schlusswort verwies Schulleiter Holger Blenck noch einmal drauf, „dass das Besondere an der IGS Buchholz die Beziehung Lehrer-Schüler“ sei und forderte zu „einem großen Applaus für die Klassenlehrer“ auf, denen er sodann mit einem Augenzwinkern die berühmten Belobigungskarten aushändigte, mit denen die Schule besondere Leistungen ihrer Schülerschaft belohnt.

Bevor die feierliche Veranstaltung bei einem vom neunten Jahrgang ausgerichteten Empfang ausklang, machten die Klassenlehrer ihren Schülerinnen und Schülern dann noch musikalisch „Ein Kompliment“. So gut, dass sie umgehend selbst eines erhielten, indem das Publikum eine Zugabe forderte.

Dafür, dass der erste Abschlussjahrgang der IGS unvergessen bleibt, wird nicht nur die Erinnerung an die tollen Schülerinnen und Schüler sorgen – zukünftig wird auch ihr  Abschiedsgeschenk, ein „Hollywood“-Stern, auf dem Schulhof an diesen großartigen Jahrgang erinnern.